Filmpremiere „Streuobstwiesen rund um die Fränkische Schweiz“

Vor über einem Jahr haben sich die vier oberfränkischen Initiativen der Integrierten Ländlichen Entwicklung Frankenpfalz im Fichtelgebirge, Rund um die Neubürg – Fränkische Schweiz, Fränkische Schweiz AKTIV und Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz entschlossen, gemeinsam einen Film über die Streuobstwiesen in der Region zu produzieren. Um diesem wichtigen Thema auch einen würdigen Rahmen zu geben, fand die Filmpremiere am 26. Juli 2021 im Schloss Oberaufseß statt.

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen unserer Kulturlandschaft. Sie liefern die Grundlage für fruchtige Regionalprodukte, bewahren alte Obstsorten, prägen unser Landschaftsbild und erhöhen damit auch die touristische Attraktivität der Region. Gleichzeitig sind diese Hotspots der Biodiversität bedroht, denn Streuobstwiesen bedürfen der ständigen Pflege, damit sie erhalten bleiben. Warum das wichtig ist, soll nun ein Film vor Augen führen.

Als Kooperationsprojekt der vier ILE-Regionen „Frankenpfalz im Fichtelgebirge“, „Rund um die Neubürg – Fränkische Schweiz“, „Fränkische Schweiz AKTIV“ und „Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz“ sowie mit finanzieller Unterstützung durch das Amt für Ländliche Entwicklung, wurde ein Film über die Streuobstwiesen rund um die Fränkische Schweiz erstellt. Für die Produktion wurde Christian König mit seiner Agentur Wetter-Klima-Umwelt (Ebermannstadt) beauftragt.

Die Idee zu dem Film war durch Daniel Hornstein von der Streuobstallianz Bayreuth enstanden, der gemeinsam mit den vier Geschäftsführer*innen der Regionen „Rund um die Neubürg“, „Wirtschaftsband A9“, „Frankenpfalz Fichtelgebirge“ sowie „Fränkische Schweiz Aktiv“ die Besonderheiten rund um das Thema Streuobst professionell in Szene setzen wollte.

Der 20-minütige Film beleuchtet nun das „Streuobst“ aus verschiedensten Perspektiven:

  • Wie kann durch Schafbeweidung oder maschinelle Bearbeitung eine artenreiche Streuobstwiese entstehen?
  • An wen wende ich mich, wenn ich eine Streuobstwiese anlegen möchte? Nicht alle kennen die Beratungs- und Betreuungsangebote durch die Landschaftspflegeverbände (LPVs). Im Film steht der „LPV Weidenberg und Umgebung“ stellvertetend mit seinen regionalen Apfel-Grips-Produkten für die LPV´s in Bayern.
  • Wie gelangen Streuobstprodukte in den Handel? Der Dorfladen Emtmannsberg ist ein gutes Beispiel dafür.
  • Wie können Hochstämme im Rahmen der „Solidarischen Landwirtschaft“ angepflanzt und gepflegt werden? Im Film gibt Freigärtner Florian Blank aus Heinersreuth Einblicke in seinen Garten.
  • Welche zentrale Bedeutung hat die Imkerei für die Bestäubung der Streuobstwiesen? Das Filmteam war auch zu Gast bei Imker Toni Herzing aus Büchenbach.
  • Wie können Obstanbau und die Vermarktung von Streuobstprodukten Hand in Hand gehen? Andrea und Roland Schmitt von der Obstwiese Schmitt aus Oberehrenbach zeigen Einblicke in ihr Familienunternehmen.

Christine Berner vom LPV Weidenberg, die als Streuobstpädagogin auch im Film mitwirkte, führte durch den Abend in der Theaterscheune von Schloss Oberaufseß. Landrat Florian Wiedmann, nahezu alle Bürgermeister der 42 beteiligten Gemeinden und auch Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung sowie alle Mitwirkenden waren gekommen, um die Premiere zu feiern.

Im Schlosshof hatten die Filmprotagonisten einen kleinen Markt aufgebaut. Hier konnten die Gäste Honig probieren,  „Apfel-Grips-Produkte“ des Landschaftspflegeverbandes Weidenberg sowie Säfte, Geiste, Liköre und fruchtige Essige der Obstwiese Schmitt aus Oberehrenbach. Die Eismamsell aus Waischenfeld servierte für die Besucher hausgemachtes Eis aus den Streuobstsorten Birne, Kirsche und Apfel.

Das Catering hatte Steinleins Hofladen aus Zochenreuth übernommen, während sich der Sportverein aus Aufseß um den Verkauf der Getränke kümmerte.
Für die musikalische Unterhaltung sorgte der stellvertretende Landrat Klaus Bauer  mit seinen Kirchenlamitzer Turmbläsern.

Gegen 19:00 Uhr versammelten sich die knapp 100 geladenen Gäste in der Theaterscheune des Schlosses, wo Christine Berner das Publikum auf die Premiere des rund 20minütigen Films einstimmte. Es folgten die Grußworte von Bürgermeister Alexander Schrüfer (Gemeinde Aufseß) und Florian Wiedemann, der als Bayreuther Landrat, aber auch als Vorsitzender der ILE Rund um die Neubürg stellvertretend für alle ILE-Vorsitzenden der beteiligten Initiativen auf die große Bedeutung der Streuobstwiesen in der Region verwies.

Staatsministerin Michaela Kaniber konnte leider nicht persönlich anwesend sein, meldete sich jedoch mit einer Videobotschaft zu Wort, ehe Lothar Winkler als Behördenleiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberfranken ans Rednerpult trat. Laut Winkler sei der Film ein sehr gutes Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit der Gemeinden nicht nur innerhalb der ILE-Regionen, sondern auch zwischen den ILE-Regionen hervorragend funktioniert. Die anwesenden Kinder, die auch im Film mitgewirkt hatten, durften anschließend den Countdown zum Filmstart zählen und für die nächsten 20 Minuten zusammen mit allen anderen die Filmpremiere auf großer Leinwand genießen.

Dem Applaus nach zu urteilen, kam die Mischung aus Image- und Dokumentarfilm beim Publikum sehr gut an. Christian König und Daniel Hornstein standen nach dem Film noch Rede und Antwort zur Entstehungsgeschichte des Projektes. Danach wurden nach und nach alle Mitwirkenden auf die Bühne gebeten. Als Anerkennung für Ihre Mitarbeit und Unterstützung bei der Filmproduktion erhielten Sie eine Urkunde sowie eine Flasche Apfel-Holler-Secco – natürlich von Streuobstwiesen aus der Region.

Nach diesem offiziellen Teil der Veranstaltung konnten die geladenen Gäste den Abend im Innenhof des Schlosses noch gemütlich ausklingen lassen. Diese Gelegenheit wurde nicht nur genutzt, um über den Film zu sprechen, sondern auch um sich gegenseitig näher kennenzulernen, sich zu vernetzen und sich für den Heimweg mit regionalen Produkten einzudecken.

Die Organisatoren der vier ILE-Regionen waren mit der Veranstaltung rundum zufrieden und auch bei den Gästen war die Resonanz durchweg positiv. „Der Film zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll und schützenswert die Streuobstwiesen in unserer Region sind “ – Oft hatte man Sätze wie diese gehört und wenn der Film dazu beiträgt, dass auch wieder mehr regionale Produkte eingekauft werden, dann haben wir unser Ziel erreicht, so das Resümee der ILE-ManagerInnen Corinna Brauer, Michael Breitenfelder, Philipp Herrmann und Tobias Hofmann. Sie alle wünschen sich, dass der Film Früchte trägt und in möglichst vielen Schulen und Bildungseinrichtungen gezeigt wird.

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