Aktion Gelbes Band

500 Bäume, gelbe Bänder und fünf einfache Pflückregeln: Streuobst zum Selberpflücken 

Obst, das nicht geerntet wird, verfault. Schade drum! Erst recht bei einer solchen Obstvielfalt, wie sie für die Fränkische Schweiz typisch ist. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) „Fränkische Schweiz AKTIV“ setzen ein Zeichen für den Erhalt der Streuobstwiesen. Gemeinsam mit ihren Bauhofmitarbeitern markieren sie rund 500 Obstbäume mit dem „Gelben Band“.

Die ILE-Bürgermeister ziehen an einem Strang

Am 20.09.2021 standen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die ILE Managerin Corinna Brauer Rede und Antwort zu diesem Projekt und erklärten, dass sie mit der Aktion Gelbes Band vor allem zwei Ziele verfolgen:

  1. Den „Erntetourismus“ genau an die Bäume lenken, an denen das Ernten ausdrücklich erlaubt ist.
  2. Dem Verderben von nicht geerntetem Obst entgegenwirken.

Landwirte, wie auch private Besitzer von Streuobstwiesen erleben es jedes Jahr aufs Neue, dass ihre Bäume von Fremden abgeerntet werden und das Obst in großen Erntesäcken abtransportiert wird.

Mit dem „Gelben Band“ wollen die zwölf Kommunen ein Zeichen für ein rücksichtsvolles Miteinander setzen: Obstbäume, die sich auf Gemeindegebieten befinden, werden daher zum Pflücken freigegeben.

Beim Ernten gelten folgende Regeln:

  • Nur an den markierten Bäumen ernten
  • Das Obst darf man gern für den Hausgebrauch pflücken – jedoch nicht für kommerzielle Zwecke.
  • Beim Pflücken bitte keine Äste abbrechen oder Bäume beschädigen.
  • Der eigene Müll ist wieder mitzunehmen.
  • Das Ernten geschieht ohne Leitern und auf eigene Gefahr.

Begleitet werden die Gelben Bänder von einem Baumanhänger aus 100% recycelfähigem Material, der über die Pflückregeln informiert.

ILE-Managerin Corinna Brauer mit dem Baumanhänger aus Lahnur-Papier

Die Aktion „Gelbes Band“ startete im Jahr 2018 in Baden-Württemberg und ist mittlerweile auch in anderen Bundesländern vertreten, zum Beispiel in Niedersachsen und Hessen. Im Jahr 2020 wurde das Projekt mit dem Bundespreis ausgezeichnet. In der Fränkischen Schweiz unterstützen bisher die Gemeinde Thurnau und der Landkreis Kulmbach diese Aktion. Jetzt sind auch alle 12 Kommunen der ILE Fränkische Schweiz AKTIV mit dabei und kennzeichnen Obstbäume, an denen Kirschen, Äpfel, Birnen und Zwetschgen geerntet werden können. Wer als Landwirt oder Eigentümer einer Obstwiese mitmachen möchte, kann sich Baumanhänger und Gelbe Bänder im ILE-Büro am Marktplatz in Ebermannstadt abholen.

Möchten Sie wissen, wo Sie Bäume zum Ernten finden können? Dann schauen Sie mal unter Schätze Frankens! Hier haben wir einige Standorte im Kerngebiet der Fränkischen  für Sie digitalisiert. Ansonsten einfach die Augen offen halten, wenn Sie in unserem ILE-Gebiet unterwegs sind.

Eindrücke zur Einführung des gelben Bands 2021:

Hier gehts zum Bericht über die Auftaktveranstaltung 2022 auf der Obstwiese Schmitt in Oberehrenbach.

Ein großes Dankeschön geht an die Mitarbeiter unserer ILE-Bauhöfe, sowie Herrn Klimek vom Tiefbauamt Forchheim (zuständig für die Obstbäume entlang der Kreisstraßen) und alle privaten Baumbesitzer, die ihre Bäume mit dem gelben Band markiert haben. Nur mit diesem Engagement kann die Ernteaktion „Gelbes Band – pflücken erlaubt“ existieren.

Fotograf: Thorsten Lehmann

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